2er Tag, Samstag
Um 5:15 klingelt der Wecker. Es ist noch dunkel. Leise bereiten wir uns ein Frühstück und brechen auf, nicht mal die Hunde erwachen. Als wir die PA starten und abfahren kommt noch Edith auf die Terrasse und winkt zum Abschied.
Unser heutiges Ziel ist El Dorado in Argentinien, im State Missiones, 100 Km weiter als die Iguazú Fälle, die wir bereits kennen. Unseren GPS, den ich auf unserem Schiff Azurita zur Navigation brauche, habe ich mitgenommen und unsere Reiseziele in ihm registriert. Es ist sehr beruhigend, immer die Richtungsangabe zu haben, nicht immer sind die Wegweiser da. Auch zeigen diese Instrumente mit absoluter Genauigkeit den Sonnenaufgang und -untergang, sowie die Entfernung zum Zielort, so das wir immer unsere Ankünfte richtig planen konnten. Zirka 800 Km sind heute zu fahren. Noch gibt es hin und wieder ein bischen Bodennebel, die Luft ist kühl und angenehm. Zuckerrohranbau wird bald von Soja abgelösst. Hin und wieder Getreide, wenig Kaffee. Die Strasse senkt und hebt sich in der hügeligen Landschaft, blühende Flamboians und Mangobäume, an denen grüne Früchte hängen, fliegen an uns vorbei. Wenig Verkehr, gute Strassen, wir kommen sehr gut vorwärts. Hier und dort hielten wir mal an, kauften auch einen gusseisernen Kessel als Mitbringsel für Ulrich in Temuco.
Um 4 Uhr waren wir in Foz do Iguaçu, tankten und weiter gings zur Grenze, Bruthitze. Hier sollten wir als Ausländer den Pass abstempeln lassen. Der Grenzbeamte winkte zum Weiterfahren. Also fuhr ich weiter und hielt Ausschau nach einem Schalter. Der kam nicht und schon waren wir in Argentinien, also keine abgestempelten Pässe... wie mache ich es später bei der Einreise..? 5-6 Autos bewegten sich langsam vorwärts. Bei den Argentiniern wurden die Pässe auch in Computern registriert und der Zöllner wollte nur wissen, ob wir eine Versicherung haben.
Unter meinen Reisevorbereitungen war das Thema Versicherungen verzeichnet. Reisegesundheitsversicherungen sind nur von Fluggästen gefragt Somit gibt es keine für Überlandreisen. Aus das Tema Gesundheitsversicherung. Autoversicherung nur für den MERCOSUL, Chile ausgeschlossen. So kam ich in den Besitz einer Versicherung, die über 40 Tage ausgestellt sein sollte und mit dem 4, Dezember beginnen sollte. In letzter Minute bakam ich sie zugeschickt ( Alle meinten... wo zu braucht der das denn..) ich bemerkte dass die Gültigkeit am 5, anfing und nur für 30 Tage gültig war, also meine Rückreise die in Argentinien am 5, Januar anfing, war nicht mehr abgesichert, und mein erster Tag in Argentinien auch nicht.
Der Beamte, schaute die Versicherung an, bemerke nur „ 30 Tage gültig, gute Reise“ und schon fuhren wir weiter.
Der Grenzübergang hatte bei den Argentiniern 1 Stunde gedauert (10 Minuten am Schalter zur Eintragung im Computer). Um 5 ging es weiter.
Missiones ist hügelig und stark bewaldet, Tannen, Eukalyptus und Araukarien-Wälder säumen die Strasse, kaum Pflanzungen. Es fällt uns auf, wieviel mit Araukarien aufgeforstet wurde, seit wir hier vor 6 Jahren waren. El Dorado erreichten wir zirka um 18:30, das Hotel vom argentinischen Automobilklub hatte ich schon im Internet gesehen; es gab freie Zimmer und ein grosses Schwimmbad. Die Stimmung war die eines etwas vermoderten Familienabsteigehotels; das Zimmer und Bad waren sauber. Am Abend verwandelte sich die Terrase vor dem Schwimmbad, lauter kleine Tische wurden gedeckt unter dem freien Himmel. Es hatte bevor wir kamen etwas geregnet und der Abend war angenehm frisch. In Argentinien wird sehr spät zu Abend gegessen, vor 21-21:30 gibt es nichts. Wir waren die ersten hungrigen Gäste. Ich kann den argentinischen Steaks nicht wiederstehen und nach längerem Studieren der Speisekarte wählte ich mein Standard-Gericht „bife de choriso“ und „salada de radicheta“ dazu ein „Quilmes“ Bier. Der Kellner kam mit meinem „Bierchen“, eine Liter Flasche, eiskalt! Das Steak war köstlich... diesmal ging es früher ins Bett.